Über die Geschichte des Potsdamer Männerchores 1848 e. V. und seiner Vorgängerchöre 1848 bis 1998

 

Einhundertundfünfzig Jahre deutscher Männergesang in Potsdam und damit zugleich einhundertundfünfzig Jahre ununterbrochene Vereinsarbeit am deutschen Lied.

(Dieser einführende Satz wurde unter Veränderung der Jahresanzahl aus der Festzeitschrift des Jahres 1948 übernommen.)

 

Der Beginn der geschichtlichen Entwicklung des Potsdamer Männerchores ist in erster Linie mit der des Potsdamer Sängerchores identisch. Der Potsdamer Sängerchor entstand aus dem Zusammenschluss zweier Männerchöre.

 

1848

Die gegründete „Handwerker-Liedertafel", die aus einem von Lehrer W. Riehl ins Leben gerufenen „Handwerkerverein" hervorging, bestand zunächst nur aus einem Quartett, das den vierstimmigen Männergesang pflegte. Als Leiter fand man mit dem Lehrer am Königlichen Seminar, Herrn Löchner, einen sachverständigen und tüchtigen Meister, so dass sich die Gemeinschaft bald zu einem 16-köpfigen Chor vergrößerte.

 

Es ist doch bemerkenswert, dass zu den ersten Stätten, in denen der Gesang dieses jungen Chores erklangen, der damalige Apollosaal zählte, der in der Hoditzstraße 9 stand, unweit des Nikolaisaales, denn die heutige Wilhelm-Staab-Straße hieß bis 1945 Hoditzstraße.

1855 Beim Umzug des Königlichen Seminars nach Oranienburg um 1855, dem Löchner folgen musste, sah sich der Chor gezwungen, einen Nachfolger zu suchen. Sie fanden ihn in dem damaligen Hoboisten (alt­deutscher Ausdruck für Oboist = Solist auf der Oboe) des l. Garderegiments zu Fuß, Herrn Scheiwe. Dieser stand aber nicht nur dem „Handwerker Liederkranz", einer Abspaltung der „Handwerker-Liedertafel", sondern auch dem, ebenfalls aus dem Handwerkerverein inzwischen entstandenen „Handwerker-Sängerbund" und einem dritten Männergesangverein, der „Eintracht" als musikalischer Leiter vor.
1871

Im Jahre 1871 gelang es Scheiwe, alle drei Klangkörper zu einem größeren zu verschmelzen. Der Name  „Handwerker- Liederkranz" wurde beibehalten. Die Sängerschar war damit auf dreißig angewachsen, eine für damalige Verhältnisse stattliche Zahl.

 

1876-1898

Scheiwe war ständig bemüht, Abwechslungen in das Ver­einsleben zu bringen, so dass er den „Handwerker-Liederkranz" gelegentlich durch das Hinzufügen von Frauenstimmen zu einem gemischten Chor erweiterte. Diese Einrichtung verschwindet aber kurze Zeit später   wieder   aus   allen Erwähnungen. Im Jahre 1877 stirbt der Dirigent Scheiwe. Man beschließt 1878 ihm zu Ehren den „Handwerker-Liederkranz" in „Scheiwe'schen Liederkranz" umzubenennen. Der Musiklehrer Pietsch übernimmt die Leitung bis 1886.

 

1876 gründet der Musiklehrer Pietsch aus den Reihen eines Vereins mit dem Namen „Eintracht", der zunächst nichts mit Gesang zu tun hat, die „Liedertafel Eintracht". Wegen Unpünktlichkeit der Sänger verzichtet er aber schon 1877 auf das Amt und die „Liedertafel Eintracht" ruht bis 1880. Unter dem Hoboisten Matthei wird sie aber dann wieder ins Leben gerufen. Daraus wird schließlich der zweite Stammverein des „Potsdamer Sängerchores".

 

1882 gibt Herr Matthei das Dirigentenamt in der „Liedertafel Eintracht" auf und wird für kurze Zeit durch einen Herrn Volkmann ersetzt, dem 1883 der Lehrer Arndt folgte. Als dieser 1890 den Dirigentenstab niederlegt, folgte ihm bis 1894 Herr Lüdtke und bis 1906 wieder der Lehrer Pietsch.

 

Die musikalische Leitung des „Scheiwe'sehen Liederkranzes" übernimmt wiederum Matthei, der dieses Amt bis Ende 1887 bekleidet.

 

Nur ein Jahr musikalischer Wirksamkeit ist Herrn Kapellmeister Priem, seinem Nachfolger, beschieden. Herrn Maager, einem Lehrer am Militärwaisenhaus zu Potsdam, wurde dann die musikalische Erziehung des „Scheiwe'sehen Liederkranzes" anvertraut. 10 Jahre, bis 1898, bekleidete er dieses Amt. In seine Amtszeit fällt ein stetiger Anstieg der Sängerzahl.

 

Ausschnitt aus der Festschrift zum 80-jährigen Bestehen des Potsdamer Sängerchores im Rückblick auf seine Geschichte und das 50. Jubiläum:

„Die Jubelfeier bestand in einem Festkommers am 13. Oktober 1898 in der >Mühlenberggrotte< unter Beteiligung der Städtischen Behörden, sämtlicher Potsdamer Gesangvereine (auch die „Eintracht" war vertreten), des Handwerker- und Turnvereins, und in einem Festessen mit Ball im Cafe Sanssouci am 15. Okto­ber. Den Vorsitz führten damals die Herren Vergolder Twieg und Optiker Schüler; die Mitgliederzahl betrug 71."

 

In der Folgezeit hatten beide Chöre vielfach Gelegenheit, sich bei Konzerten mannigfaltiger Art zu beweisen und bei verschiedenen Sängerwettstreiten traten sie gegeneinander auf.

1900

Die musikalischen Leiter waren beim „Scheiwe'schen Liederkranz" Kapellmeister Chemin Petit, der Nachfolger Maagers, bis 1901 und dann für ein Jahr der Kgl. Sänger P. Clericus aus Berlin.

 

1902-1908

Von 1902 bis 1904 führte der Eisenbahnassistent C. Görbing den Dirigentenstab, bis dann im Jahre 1908 Wilhelm Kempff mit starker Hand die Führung übernahm. Anlässlich des 60. Jubiläums durfte der damalige l. Vorsitzende, P. Krähe, aus der Hand des Kgl. Polizeipräsidenten von Starck die silberne Königsmedaille in Empfang nehmen.

 

1908-1913

Bei der „Potsdamer Eintracht" wurde Pietsch im Jahre 1908 von dem Kapellmeister und Komponisten Eduard Künnecke abgelöst. Dieser behielt den Verein bis 1909. Er empfahl dem Verein, den Musiklehrer H. Winter zu seinem Nachfolger zu ernennen, der dann das Chormeisteramt bis 1913 innehatte.

 

Durch die Auftritte bei den Wettstreiten kam es zu freundschaftlichen Begegnungen und zu der Erkenntnis der Vorstände der beiden Chöre, dass man gemeinsam besser und vollkommener wirken könne. Dieser Erkenntnis und der Tatsache, dass die „Eintracht" durch Lehrer Winters Weggang und kurzzeitigen, aber nicht über längere Zeit möglichen Einspringens Eduard Künneckes, ohne Chormeister war, ist es zu verdanken, dass am 25. Oktober 1913 nach bereits, unter Musikdirektor Kempff, gemeinsam abgehaltenen Übungsstunden, die Vereinigung der beiden Chöre zum „Potsdamer Sängerchor" beschlossen wurde.

 

Diesbezüglich ein Text aus dem Jahre 1928:

Wie schwierig sich die Verhandlungen gestaltet hatten, geht schon daraus hervor, dass beide Vereinsnamen fielen, damit ja kein Verein bevorzugt erschien, und dass alle Traditionen der Vereine der Verschmelzung zu Liebe geopfert wurden; ein Weg, der in der Folgezeit zu unmöglichen Konsequenzen führte. (Dass man ähnliche Schwierigkeiten im Jahre 1947 bei der Vereinigung des Potsdamer Sängerchores und des Potsdamer Männergesangvereins zu bewältigen hatte, davon kündet dann auch die Namensgebung, wobei man die glückliche Symbiose fand: Potsdamer Männerchor.)

 

Damals erkannte man den Fehler, die Traditionen aufzugeben, erst Jahre später setzte man dann für den Potsdamer Sängerchor das Jahr der Gründung des Scheiwe'schen Liederkranzes ein.

 

1919-1923

Im Jahre 1919 legt Wilhelm Kempff aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab aus der Hand. Sein Nachfolger war der Organist Adolf Haensgen. Seine eigene künstlerische Tätigkeit führte jedoch dazu, dass er dem Männerchor nicht mehr genügend Zeit widmen konnte und 1923 von seinem Posten zurücktrat.

 

Sein Nachfolger war der jugendliche Organist Fritz Werner, der aber nach 3-jähriger Tätigkeit nach persönlicher Entscheidung das Amt wieder abgegeben hat.

1922

Der Verein dem Berliner Sängerbund und damit auch dem Deutschen Sängerbund bei.

 

1925

Am 2. September 1925 wurde der Obermusiklehrer und Studienrat Walter Schmidt zum Chormeister berufen. Wie lange er das Dirigentenamt innehatte ist leider unbekannt.

 

1938

In einem chorinternen Mitteilungsblatt vom Oktober 1938 wird Herr Bruno Stein als Chormeister genannt.

 

Für die Entwicklung des „Potsdamer Männerchores" muss aber auch der Potsdamer Männergesangverein - der 1886 gegründet wurde - und dessen geschichtliche Entwicklung erwähnt werden: Nur zwei Dirigenten leiteten diesen Chor von seiner Gründung an bis hin zum 2. Weltkrieg.

Professor Gebhardt stand ihm bis zu seinem Tode im Jahre 1925 vor. Danach übernahm der Lehrer und spätere Profes­sor Karl Landgrebe dieses Amt.

 

1946

Durch den 2. Weltkrieg hatten die beiden großen Chöre den Verlust vieler Sänger zu beklagen. Unter Musikdirektor Ludwig Baues nimmt der Potsdamer Sängerchor schon 1946 die Übungsstunden wieder auf. Er gibt ein Konzert und umrahmt künstlerisch mehrere Feierstunden.

 

1947

Am 21. Mai 1947 wurde nach schwierigen Verhandlungen in einer Hauptversammlung der Zusammenschluss des „Potsdamer Sängerchores" und des „Potsdamer Männergesangvereins" zum heutigen „Potsdamer Männerchor" vollzogen.

 

1948

Die künstlerische Leitung lag bis 1948 bei MD Ludwig Baues, dessen Wirken leider mit Unstimmigkeiten zwischen ihm, den Sängern und dem Vorstand endete.

1948 wird das 100-jährige Bestehen mit einem Festkonzert gefeiert. 126 Sänger stehen auf der Bühne. Vom damaligen Oberbürgermeister Paul wird dem neuen Chor eine Urkunde überreicht, in welcher der Rat der Stadt Potsdam die Arbeit des Potsdamer Männerchores zu unterstützen und zu fordern verspricht. (Ist es immer gehalten worden?)

 

1949

Kurzzeitig hat Heinz Reiher 1949 die musikalische Leitung inne, ehe sie von Prof. Land­grebe übernommen wird. Die­ser behielt sie bis zum Jahre 1957.

 

In diese Zeit fällt die Entstehung einer Chorfreundschaft, die noch heute, wenn auch nur von wenigen Potsdamer Sängern, aufrecht erhalten wird. Gemeint ist, die viele Jahre durch Besuch und Gegenbesuch, zuletzt durch eine gemeinsame Sängerfahrt nach Mühleithen und Bad Elster vom 21. bis 23. April 1989, bekräftigte Freundschaft mit dem Männerchor Wernigerode, dem Chor, der auf das gleiche Gründungsjahr  1848 zurückblicken kann. Die „Sängerbank", vom Potsdamer Männerchor gestiftet und im Harz aufgestellt, zeugt noch heute von der einst so erfolg- und erlebnisreichen Zeit.

Mitte der fünfziger Jahre folgt nach dem Weggang Landgrebes mit Hans Löwa ein Mann, der schon 1936 den Potsdamer Männergesangverein bei einem Konzert am Flügel/begleitete. Er war jedoch durch seine Rundfunkarbeit zeitlich sehr eingeschränkt, so dass die Hauptlast der Chorarbeit auf den Schultern von Max Hasche lag.

 

1959-1968

Der Musikpädagoge Horst Müller (Schüler von Landgrebe und Direktor der „Potsdamer Singakademie" bis 2002) übernahm 1959 den Chor und leitete ihn bis 1968. Bevor Horst Müller die Chorleitung abgab, wurden die Übungsstunden von Karl Schrepper, Schüler von Müller, durchgeführt.

 

1968...

Von 1968 bis heute wird der Potsdamer Männerchor von Roland Reuter, viele Jahre Kapellmeister am Hans-Otto-Theater Potsdam, mit großem Erfolg geführt. Von Anfang an bis zum Ende des Jahres 1991 hatte er mit Karl-Heinz Richter einen Mann als Chorrepetitor zur Seite, den man auf Grund seiner langjährigen und großen Verdienste, auch bei der musikalischen Unterweisung des Chores, hier unbedingt erwähnen muss. Karl-Heinz Richter hatte schon die Arbeit von Horst Müller in der gleichen Weise unterstützt und starb viel zu früh Anfang 1990.

 

Viele aktive Sänger haben während der Teilung Deutschlands die Reihen des Chores verlassen. Trotzdem, es ist ein Kern geblieben, mit dem die Reglementierungen der sozialistischen Diktatur überstanden wurden. Mit ihm sind viele erfolgreiche Chorreisen und Konzerte bewältigt worden. Mit ihm sind viele Chorfreundschaften entstanden.

 

Die Handwerkskammer des damaligen Bezirkes Potsdam hatte, wie es ein Kulturgesetz der DDR bestimmte, die Patenschaft über den Potsdamer Männerchor  übernommen, ohne die Selbstverwaltung des Chores in Frage zu stellen. Um den Chor zu erhalten, mussten aber auch Zugeständnisse gegenüber der Staatsgewalt gemacht werden. So mussten die Chöre zu staatlich gelenkten Leistungsvergleichen und zu Veranstaltungen von Partei und Regierung auftreten und manches politisch tendenziöses Lied einstudieren und vor­tragen.

 

Der PMC wurde auch mit der Medaille „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv der DDR" staatlicherseits ausgezeichnet.

 

Die Wende im Jahre 1990 brachte mit dem Beitritt zum Brandenburgischen Chorverband wieder den Anschluss an den Deutschen Sängerbund.  In den wenigen Jahren seit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich schon so manche neue Chorbekanntschaften gebildet. Unser erstes gemeinsames Konzert mit einem Chor der Alt-Bundesländer fand schon am 31. März 1990 mit dem Nürnberger Polizeichor in Potsdam statt.

 

Nicht unerwähnt kann an dieser Stelle die Chorfreundschaft mit dem Polizeichor Duisburg bleiben, die uns den unvergesslichen Empfang auf dem Duisburger Hauptbahnhof bescherte.

Eine alte Chorbekanntschaft aus vergangenen Jahren, die den Potsdamer Männergesangverein und die Berliner Liedertafel verband, wurde anlässlich  eines  gemeinsamen Konzertes 1990 im Kammermusiksaal der Berliner Phil­harmonie erneuert. Ausdruck fand sie in der Übergabe des Vereinsbanners des Potsdamer Männergesangvereines durch den Präsidenten der Berliner Liedertafel, Sangesbruder Gerhard Rost, in unsere Hände. Von einem Berliner Sangesbruder wurde diese Fahne vor dem Zugriff Unbefugter gerettet.

Durch diese Tatsache sind wir in der glücklichen Lage gleich zwei der wertvollen Reliquien zu besitzen, nämlich auch noch die Fahne des Potsdamer Sängerchores. Sie wurde 1928 gestiftet und ist beim Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 schwerbeschädigt worden. Sie wurde noch zu DDR-Zeiten von der Textil-Restauratorin Otto mit hohem finanziellen Aufwand restauriert.  
Eine neue Zeit hat mit dem Fall der Berliner Mauer und aller trennenden Stacheldrahtverhaue zwischen Ost und West begonnen. Wie wir sie gestalten liegt bei uns; liegt bei allen, die sich der Fortführung der so traditionsreichen Chorarbeit im Potsdamer Männerchor verschrieben haben, vom ältesten Mitglied bis zum jüngsten. Hoffen wir alle, dass es gelingt, die Idee zu erhalten und ­ weiterzutragen, die wir mit dem Wahlspruch vom Potsdamer Männergesangverein übernommen haben:  
„Was uns in das Herz gegeben, in dem Liede soll es leben!"
Hans Krüger
 
1998 – 2013     die Jahre danach   von Helmar Jonas 
 

Anlässlich dieses 150 jährigen Bestehens  wird eine Festschrift herausgegeben und es findet  am 14.März 1998 eine Operngala im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie  mit Künstlern der Deutschen Staatsoper Berlin, Studierenden  der Hochschule der Künste Berlin , einem Oktett der Berliner Liedertafel  und  der Brandenburgischen Philharmonie statt. Ausgestalter ist der Potsdamer Männerchor 1848 e.V. unter seiner Leitung von Kapellmeister Ronald Reuter.
Dieses Festkonzert wird  im Oktober, einen Tag vor dem großen Galaabend im  Dorint-Hotel Potsdam, in der Potsdamer Erlöserkirche mit großem Erfolg wiederholt.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass neben dem großen Engagement und Fleiß aller Beteiligten, dieses Galakonzert zu den schönsten Konzerten gehörte, die der Potsdamer Männerchor je erlebt hat.

Kapellmeister Ronald Reuter, musikalischer Leiter seit 1968, wurde für seine hervorragenden künstlerischen Leistungen, mit der „ Ehrennadel des Brandenburgischen Chorverbandes“ ausgezeichnet  

Während der PMC schon zu DDR-Zeiten mit der Medaille “Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv der DDR“ ausgezeichnet wurde, erhielt er am 16. Mai  1998 für besondere Dienste um die Pflege der Chormusik die ZELTER-PLAKETTE.

Am 24.Mai dieses  Jahres findet die Grundsteinlegung zum neuen Nikolaisaal in der Wilhelm-Staab-Straße statt. Der Chor singt zu diesem Anlass den Zigeunerchor aus „Troubadour“.

Der Chor besitzt seit Anfang der 70er Jahre eine einheitliche Chorkleidung, die noch von der Handwerkskammer zur Verfügung gestellt wurde, hell mit dunklem Revers und dem Embleme des PMC. Im Jahre 1995 wurde eine rote Chorjacke für die Sänger angefertigt, zu der dann auch noch eine Chorkrawatte getragen wird.

Es werden erstmals 2 Gesamtchorbilder vor der Silhouette des Schlosse Sanssouci  und  des Neuen Palais gemacht, die später für die Konzertplakate Verwendung finden.

Ein weiterer Kleidungswechsel findet im Jahr 2002 statt. Es werden wieder neue helle, dieses  mal choreigene  Jacken mit PMC Embleme angefertigt, mit denen man die weiteren großen Konzerte gestaltet. Dazu gibt es auch ein neues Chorgesamtbild, welches mit wechselndem Hintergrund  für unsere Konzertplakate Verwendung findet.

 

Im August 2002 wird der neue Nikolaisaal, das Konzert- und Veranstaltungshaus der Landeshauptstadt Potsdam  mit einem Festakt wiedereröffnet. Der Potsdamer Männerchor wird damit eine Probenstätte finden und zugleich einen  Raum für seine Noten erhalten.

Bislang war es nur möglich, die montäglichen Chor Proben in der Aula der Dortu-Schule und während der Ferienzeit im Speisesaal der Stadtverwaltung abzuhalten. Somit beginnt eine Ära, qualitativ besserer Probenarbeit mit einem Konzertflügel und bis zu 100 Sitzplätzen in übersichtlicher Anordnung.

Es gibt nur wenige  Chöre in Potsdam, die durch jahrelange gewachsene Freundschaften 2 Orchester zu den 3 großen Konzerten im Jahre binden und vertraglich verpflichten können. Schon zu DDR Zeiten hat es eine enge Freundschaft zum Polizeiorchester der Stadt gegeben, die sich über die Jahre hinaus gehalten hat. Das nach der Wende zum Landespolizeiorchester Brandenburg avancierte Orchester hat mittlerweile einen regelmäßigen Platz in der Veranstaltungsreihe des Chores gefunden.

Das zweite befreundete Orchester ist das Deutsche Filmorchester Babelsberg, mit dem in den letzten  Jahren   Konzerte   aus unserer klassischen Reihe, Opern, Operette und Musical  aufgeführt werden.

Bekannte Künstler und Solisten ,  wie Peter Wieland, Gunther Emmerlich, Regina Thoss, Dagmar Frederick und Maxi Arland konnten als mitwirkende Gäste gewonnen werden, die durch Gesang die Konzerte mitgestalteten, aber auch gleichzeitig die Moderation mit übernahmen.

Auch   konnten wir unsere Konzerte durch bekannte Gastchöre vielseitig gestalten. Neben den vielen befreundeten Chören, zu denen wir eine enge Partnerschaft halten, waren schon die Donkosaken, die Schöneberger Sängerknaben ,  der Vughter Mannen-Chor aus Holland  und der Wernigeröder Männerchor unsere Gäste.

 

Das Jahr 2003, ein Jahr dem wir noch besondere Aufmerksamkeit schenken wollen. In diesem Jahr tritt unser langjähriger Präsident Heinz Wolter aus Altersgründen von seinem Amt, in das er nach der Wende gewählt wurde, zurück. In der Jahreshauptversammlung wird unser Sangesbruder Gerd Schellhase als neuer  Präsident des Potsdamer Männerchores gewählt und Heinz Wolter zum 1. Ehrenpräsidenten ernannt.

Ein 2. Ereignis, welches nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das Herbstkonzert im November mit der erneuten Aufführung des Requiem von Luigi Cherubini, welches erstmalig im neuerstandenen Nikolaisaal aufgeführt wird. Dieses Werk mit viel Mühe und Arbeit neu einstudiert, wurde bereits zum 125 jährigen Chorjubiläum 1973 in der Bildergalerie Sanssouci  erstmals aufgeführt. Weitere Aufführungen gab es 1978, 1983 und 1989 in der Sophienkirche Berlin.

Hohe Anerkennung an unseren musikalischen Leiter Ronald Reuter, das Einzige  nur für Männerchöre geschriebene  Requiem, von seinem Laienchor mit Unterstützung des Deutschen Filmorchester Babelsberg erneut singen zu lassen, der damit auch an seine stimmlichen   Grenzen gestoßen ist  aber alle, die es damals mitgesungen haben, erinnern sich an das schönste Konzert ihres Chordaseins.

Unvergessen und nie wieder erreicht, geht es in die Geschichte des Potsdamer Männerchores ein, auch wenn es zu diesem Konzert von der Presse kritische Anmerkungen gegeben hat.
Ronald Reuter und der PMC – Unser Chorleiter  Ronald Reuter, der uns fast 4 Jahrzehnte die Treue gehalten  und den Chor mit Bravour geleitet und geprägt hat, hat schon 2006 den Vorstand wissen lassen, langfristig einen Nachfolger für ihn zu suchen, da mit zunehmenden Alter die Möglichkeit von Erkrankungen nicht auszuschließen ist und der Chor plötzlich ohne künstlerischen Leiter dasteht.

Es konnte ein potenzieller Nachfolger, ein junger Mann gefunden werden, der schon längere Zeit Kontakt zum Chor hatte, Herr Stefan Bohle. Nun wurde vereinbart, dass  bis zum Frühlingskonzert  Herr Reuter weiterhin hauptamtlicher Leiter bleibt und Herrn Bohle bis zum nächsten  Konzert begleitet.

Danach wird Herr Bohle die künstlerische Leitung übernehmen. So geschehen  leitete er  den Chor bis zum Frühjahr 2010. Trotz seiner kreativen Tätigkeit ist es ihm jedoch   nicht gelungen, eine Homogenität mit dem Chor herzustellen. Das führte dann zur Auflösung   des beiderseitigen Vertragsverhältnisses.

Während der erneuten Suche nach einem neuen musikalischen Leiter, hat Ronald Reuter dankenswerter Weise den Chor weiterhin in der Spur gehalten. Es meldeten sich in der Folge mehrere Kandidaten für das Amt eines Chorleiters.

Von  allen in Frage kommenden  Aspiranten ging eine junge Frau hervor, die geeignet schien, dieses Amt zu übernehmen, Frau Isabella Karpinski. Damit steht der Chor erstmals vor einem Wendepunkt in der Vereinsgeschichte des Potsdamer Männerchores. Unser langjähriger Chorleiter Ronald Reuter legt die Geschicke der Chorleitung in die Hände einer Frau. Wenn nun Frau Karpinski in Zukunft die Chorleitung übernimmt, so hat auch Ronald Reuter wieder erklärt, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Somit hat auch hier eine neue Ära stattgefunden, von  der wir überzeugt sind, dass sie in die richtige Richtung geht, was sich mittlerweile bestätigt hat.

Was den Chor besonders auszeichnet, ist aber nicht die Ernsthaftigkeit, in fleißigen Chorproben Lieder aller musikalischen Bereiche für die Chorkonzerte einzustudieren. Es sind auch die angenehmen Dinge im Leben eines Chores, die ein Chorleben so reich machen. Es sind die Highlights, die sich in jedem Jahr in einer Regelmäßigkeit wiederholen.
 

Dazu gehören:

  • das PMC-Faschingsvergnügen „ Helau im ganzen Saal, wir feiern Karneval“
  • die Jahreshauptversammlung
  • das große Sommergrillfest nach den Sommerferien
  • das Gründungsfest des Chores im Herbst
  • der Weihnachtkommers nach den Feiertagen
  • die Sängerfahrten, die uns in die schönsten Gegenden unserer deutschen Heimat, aber auch in das angrenzende Ausland führen, wo wir  dabei mit befreundeten Chören schöne Konzerte geben. Als unvergessliche Höhepunkte sind dabei zu nennen, 2 Reisen nach Kanada in den Jahren 2002 und 2005 und 2006 nach Malta.
  • nicht zu vergessen unsere 3 mal  im Jahr stattfindenden Konzerte, das Frühlings- das Herbst-  und das Weihnachtskonzert, von dem es immer ein Nachmittags- und ein Abendkonzert  gibt.   Auch die vielen kleinen Auftritte zu besonderen Anlässen, die hier nicht besondere Erwähnung finden.

Das alles kann man  auf unserer Homepage unter der Rubrik "Rückblick" nachlesen.


2013   Der Potsdamer Männerchor feiert sein 165-Jähriges Jubiläum

Anlässlich dieser Jubiläumsfeierlichkeiten wird es am 28.September ein Jubiläums Herbstkonzert mit „Opernmelodien“ geben. Dazu hat der Potsdamer Männerchor als Mitwirkende das Deutsche Filmorchester  Babelsberg und als Solisten Frau Birgit Pehnert  Sopr., Herr Stephan Klemm  Bass  und Herr Robert Hebenstreit Tenor  und Moderator geladen.

Die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Isabella Karpinski und Ronald Reuter.

Am 26.Oktober findet dann im „TREFFPUNKT FREIZEIT“ die Festveranstaltung des Potsdamer Männerchores statt, zu dem auch neben den Sängern, deren Angehörigen  und Freunden des Chores, unsere Sponsoren und prominente Gäste geladen werden.

Am Tag nach dem Konzert fährt eine kleine Abordnung des Chores zum jahrelang befreundeten Männerchor nach Wernigerode, der im gleichen Jahr 1848 gegründet  wurde und sein 165-jähriges Chorjubiläum feiert, um an der Gestaltung der Jubiläumsfeier mitzuwirken.

Ein ständiges Problem, dass nicht nur unseren Chor umsorgt, sondern alle Männerchöre  betrifft, ist die Überalterung der Sänger. Es fehlt der jüngere Nachwuchs, der diese Chöre am Leben erhält. Ohne diesen Nachwuchs wird es keine Männerchöre mehr geben, zumindest nicht in der Stärke des Potsdamer Männerchores, der in seinen guten Zeiten einstmals  fast 100 Sänger zählen konnte. deshalb ist es:

„Die vornehmste Pflicht eines jeden Sängers, neue Mitglieder zu werben !“